Tu Le Hong

Selbstverwirklichung
Arbeit
Ausbildung
Krieg

Wohnhaft in Wittstock. Davor war ich in Potsdam, seit 1988. Da habe ich in einer Fabrik für Mikroelektronik in Stahnsdorf gearbeitet. Die Fabrik wurde 1991 abgewickelt, ich musste mir Arbeit suchen. Ich habe mich selbständig gemacht und Textilien verkauft. 1997 bin ich nach Wittstock umgezogen. Wir waren viel auf Märkten unterwegs gewesen und in Wittstock hatten wir immer gut verkauft. Vom Marktstand kannten wir schon viele Leute, das Ankommen war nicht schwierig. Eine Tochter hat hier Abitur gemacht, jetzt studiert sie in Berlin BWL. Ein Sohn geht in die zwölfte Klasse. Er will Arzt werden.

Ich wollte auch Arzt werden, aber ich konnte nicht wegen des Krieges. Vietnam kämpfte gegen die Invasion der Amerikaner. Nach der zehnten Klasse wurde ich eingezogen, alle mussten an die Front. Ich habe in Laos gekämpft, bei der Infanterie. Fünf Jahre lang, von 1971 bis 1976. Als sich die Amerikaner aus Vietnam zurückzogen, wurde ich vom Militär entlassen.

Wegen meiner Verdienste im Krieg wurde ich für ein Stipendium ausgesucht. Ich bekam eine Ausbildung in der DDR. Unser Land war zerstört und für mich war das eine Chance. Erst ging es um fünf Jahre. In Prenzlau habe ich zuerst Deutsch gelernt, in Magdeburg wurde ich zum Schlosser ausgebildet. 1984 ging ich nach Vietnam zurück. Ich war Sekretär am meteorologischen Institut in Hanoi. Ich fand das Leben in der DDR schöner, und als ich die Chance bekam, bin ich als Gastarbeiter nach Potsdam geflogen.