Helga

Vertreibung
Krieg
Gewalt

Die haben uns getrieben und getrieben. Erst mit dem Pferdefuhrwerk, mit Betten, Schmalz Töpfen, bisschen Brot. Wir wussten gar nicht, wohin wir sollten. In einer Nacht kamen 50 Panzer und haben das Dorf eingekreist. Nach acht Tagen mussten alle raus, und jetzt wohin? Also zurück in die Heimat. Nach zwei Tagen waren wir dort, die Russen waren grad am Plündern, das war ein Geschieße, und Vater wusste nicht wohin, also sind wir geradeaus in den Wald. Da waren drei Höfe versteckt.

Nach zwei Tagen hat man uns entdeckt und alles weggenommen. Vom Januar bis Mai blieben wir dort, die Männer mussten sich verstecken, die Frauen… ach das war bös´. Im Mai konnten wir zurück in unser Haus. Wir hatten nichts, die Möbel waren weg, lagen auf der Straße. Alles raus aus dem Fenster. Einen Monat später mussten wir wieder weg. Der Pole kam, ab, raus, bis zur Oder haben sie uns geführt.

Da waren Leute mit Gewehr, und immer „Ab mit euch!“. An der Oder stauten sich die Leute, die Alten, die nicht mehr laufen konnten, in den Graben geschubst, die Schuhe weggenommen. Die Leute wussten nicht wohin, kein Geld, nichts zu essen, Hunger. Die Leute haben sich an den Händen gefasst und sind in die Oder. Den Leuten war das über, die haben sich das Leben genommen. Wir sind über die schmale Behelfsbrücke und standen auf der anderen Seite. Die Wachmänner waren weg, und wir mussten uns entscheiden: Rechts rum oder links rum.