Hanan

Kinder
Arbeit
Gewalt
Krieg

Ich vermisse meine Heimat. Am Anfang war es nicht meine Wahl, nach Europa zu kommen. In Homs wurde es zu gefährlich, und ich hatte Angst um eine Kinder und meinen Mann. Zuerst wollten wir nach Damaskus. Wir dachten, dort wären wir sicherer. In Homs, wo wir friedlich demonstriert hatten, hat die Regierung Assads begonnen, die Proteste mit Gewalt zu beenden. Viele Menschen sind gestorben.

Nach einem Jahr in Damaskus haben wir erfahren, dass der Name meines Mannes auf der Liste des Geheimdienstes steht. Wir haben unsere Koffer gepackt und sind mit dem Auto in den Libanon gefahren, zum Flughafen. Wir sind zur Schwester meines Mannes nach Kairo geflogen, nach Ägypten. Als Architektin durfte ich dort nicht arbeiten, also habe ich Mathematik unterrichtet. Mein Mann hat als Konditor gearbeitet. Wir wollten zurück nach Syrien, aber die Kämpfe dort wurden immer schlimmer. Das Leben in Ägypten wurde immer schwerer und unsere Aufenthaltserlaubnis lief aus. Wo könnten wir länger bleiben?

Der Vater meines Mannes hatte in Leipzig studiert und einer unserer Freunde kam aus Deutschland. Für unsere Kinder - dachten wir - wäre es dort am besten. Mit unserem letzten Geld haben wir Tickets nach Berlin gekauft. Das Visum haben wir von der deutschen Botschaft in Ägypten bekommen. Seit September 2014 erleben wir in Wittstock. In Syrien hatte ich mein Leben. Ich habe an der Universität als Dozentin gearbeitet. Ich hatte meine Studenten, meine Familie, meine Freunde. Hier fange ich bei Null an. Ich habe schon Freundinnen und mit ihnen kann ich weitergehen.